Ergänzend zur Lichtmikroskopie (LM) können mit dem REM Strukturen besser erkannt werden, was die Unterscheidung der Diatomeen erleichtert. Feinstrukturen sind mit dem LM nicht auflösbar (Navicula perminuta vs. Hippodonta pumila).Teilweise können bestimmte Taxa im (LM) nur aufgrund ihrer ökologischen Präferenzen bestimmt werden (Achnanthes oblongella vs. Achnanthes saxonica).
Desktop-Rasterelektronenmikroskop Phenom Pro X G2 mit EDX
Die Probe wird auf ein hochreines leitfähiges doppelseitiges Kohlenstoffklebepad auf einem Stiftprobenteller aufgebracht. Nach vollständigem Austrocken ist die Probe bereit für die Analyse.
Ein Bedampfen mit Gold oder Platin ist nicht zwingend erforderlich.
Eine Probe mit einem Sputter Coater Q150R ES Plus von Quorum mit Platin beschichtet.
Untersuchung im REM:
Bilder aus der Bestimmungsliteratur
Diese beiden Taxa sind schwer zu unterscheiden, obwohl sie aus zwei verschiedenen Gattungen sind.
Erst bei der REM-Untersuchung erkennt man eindeutig eine Areolen-Reihe an den Polen, die so nur bei Hippodonta vorhanden ist.
Quelle: HOFMANN, G., WERUM, M., LANGE-BERTALOT, H. (2011): Diatomeen im Süßwasser-Benthos von Mitteleuropa. Ganter Verlag, Rugell.
Bilder aus der Bestimmungsliteratur
Diese beiden Taxa können lichtmikroskopisch kaum unterschieden werden.
Im REM seht man, dass A. saxonica im Gegensatz zu A. oblongella zweireihige Areolen besitzt.
Quellen: Wetzel C.E., Lange-Bertalot H., Ector E. 2017. Type analysis of Achnanthes oblongella Østrup and resurrection of Achnanthes saxonica Krasske (Bacillariophyta). Nova Hedwigia Beiheft. 146: 209-227.
HOFMANN, G., WERUM, M., LANGE-BERTALOT, H. (2011): Diatomeen im Süßwasser-Benthos von Mitteleuropa. Ganter Verlag, Rugell.
Quelle: www.lot-qd.com/de
Quelle: www.lot-qd.com/de
Herr Dr. Dominic Vogt von Quantum Design hat freundlicherweise ein paar bedampfte Proben zur Verfügung gestellt, um Vergleich durchzuführen. Durch das Bedampfen werden die Proben leitfähiger. Dadurch werden die Kanten schärfer. Bei sehr starken Vergrößerungen (>30.000-fach) ist das sehr hilfreich.
Problematisch ist das aber bei sehr feinen Strukturen, wie sie Diatomeen aufweisen. Die Bedampfung kann dazu führen, dass die feinen Poren durch das Platin verstopfen und somit Informationen verloren gehen.
Da die Diatomeen meist bei 5.000 bis 10.000-facher Vergrößerung untersucht werden, ist der Nutzen des Bedampfens nicht gegeben.
Eine Untersuchung ohne Bedampfen ist zudem erheblich schneller und billiger durchzuführen.
Die Proben links sind mit Platin bedampft, die rechts sind unbehandelt.
Bei dem oberen Taxon kann man in beiden Bildern alle Strukturen gleich erkennen. Die bedampfte Probe ist etwas schärfer.
Bei dem unteren Taxon sind die Feinstrukturen der bedampften Probe teilweise „verklebt“. Siehe unten.